Plastikfrei – und nun?

Plastiksparen – heißt auch kein neues Plastik mehr zu kaufen in der Fastenzeit.

TAG 1

Heute war der erste Tag und klar musste ich einfach mal einkaufen.

Und was soll ich sagen? Oh je…

Wie man sicherlich an meinem Einkaufswagen erkennen kann: KEIN Plastik enthalten, dennoch einfach war es nicht.

Der traditionelle Halt an der Käsetheke wurde heute schon sehr spannend. Nachdem die Verkäuferin meine Bestellungen entgegengenommen hat mussten wir noch klären, ob man den Käse nicht auch in ein einfaches Einschlagpapier wickeln kann – sie hatte zum Glück noch eins da – ging es auch schon weiter: ‚Nein, sie brauchen wirklich keine Folie dazwischen legen. Ja, auch wenn die Käsescheiben zusammenkleben, möchte ich es NICHT!‘

Die abschließende Diskussion ‚Können Sie den Käse nicht in eine Papiertüte packen und nicht in eine Plastiktüte? – In welche nun? Was meinen Sie?‘ habe ich dann auch entscheidend gewonnen. Leider wurde meine Frage, ob ich meine Käsebox einfach mitbringen kann mit einem ja beantwortet, aber sie kann es nur gepackt über den Tresen reichen, ich könnte es dann wieder auspacken und in die Box tun, was den Sinn so ziemlich zunichte macht. Dann gibt es halt nur noch die Käsesorten, die mein Metzger anbietet! Der macht das nämlich 😉 Käse in die Käsebox.

Der 2. Clou war auf dem Weg durch das Geschäft, von meinem eigentlichen Einkaufszettel hat es leider nicht mal die Hälfte in den Wagen geschafft.

Darunter zu finden: Quark, Frischkäse, diverses Gemüse, Reis, Socken

In den letzten Tagen habe ich mir ein paar wenige grundlegende Gedanken dazu gemacht:

So stand ich eines morgens – mit der Zahnbürste im Mund – vor dem Spiegel und dachte mir ‚Wo bekomme ich nur ne Zahnbürste ohne Plastik her?‘ und nach einiger Recherche habe ich Bambuszahnbürsten entdeckt, die anscheinend ganz ohne Plastik auskommen. Doch sind diese auch so hygienisch?

Bei einem weiteren Blick durchs Bad glitt dieser über:

  • Creme – in der Plastikdose
  • Zahnpasta – in der Plastiktube
  • Schminke – in Plastikdöschen und -fläschchen
  • Haarbürste – Überraschung: aus Plastik
  • Fön
  • Glätteisen
  • Wattestäbchen
  • uvm.

Creme gibt es auch im Glas; Zahnpasta, da gibt es irgendwelche komischen Tabs; Schminke gibt es auch im Glas und alles was bei mir im Bad rumliegt braucht Frau sicher nicht; Haarbürste gibt es auch in Natur: aber erst wenn die alte kaputt ist ;-); Fön ist ja auch schon da und die meiste Zeit lasse ich sowieso Mutter Natur trocknen; Wattestäbchen gibt es auch in der Mitte mit Papier und in Papier verpackt, diese wandern sicher das nächste Mal im Bioladen in den Einkaufskorb.

Aber eine – ganz klar weibliche – Problematik bleibt:

Was tun während der Tage? Also ihr wisst schon: Der Tage.

Binden sind nicht nur einzeln in Plastik verpackt, sie sind auch relativ groß, somit braucht man schon wieder mehr Plastik für außen rum, der Klebeabziehirgendwas ist auch aus Plastik etc., also ist hierum wieder der Favorit der oder das Tampon. Doch auch diese sind einzeln in kleine Plastikhüllen verpackt – ohne bisher selbst bei den Bio-Baumwolltampons nicht gefunden. Und ob ich mich je auf dieses Experiment mit diesen komischen Menstruationsauffangbehälter auf Silikonbasis einlasse – steht echt in den Sternen!

 

Also, du siehst: It isn’t always easy…..

 

 

TAG 2-4:

Tjaha, diese Tage habe ich mir nun ganz einfach gemacht: ich war einfach nicht einkaufen. Was nicht nur den Effekt hat neues Plastik zu sparen, sondern auch den Geldbeutel zu schonen.

Nichtsdestotrotz habe ich mir weitere Gedanken um eine möglichst plastikfreie Zone gemacht.

In meinem Schrank hat sich nämlich vor Jahren schon ein Joghurtbereiter breit gemacht, diesen habe ich wieder hervorgekramt und ausgepackt. Nun gibt es wieder mehr Joghurt und vor allem mehr selbstgemachten Joghurt! Genauso wie Joghurt wird es mit dem Frischkäse laufen. Frischkäse habe ich schon öfter – vor allem während meiner Ausbildung – hergestellt. Und da diese Sachen eigentlich keinen wirklichen Aufwand bedeuten machen wir es halt wieder selber: UND sparen dabei Plastik ein!

Ach, wie freu ich mich jetzt schon auf einen herrlichen Bärlauch-Frischkäse. Zwar hat es gestern bei uns nochmal geschneit und ich mag den Winter wirklich gerne, dennoch freue ich mich dann auf den Frühling, wenn das erste Grün sprießt und die frischen Kräuter kommen.

Da ich momentan so motiviert bin, habe ich gestern Kresse angesäht und die ersten Radieschen in Kübel. mal sehen was das wird….

Bilder folgen alsbald – naja, wenn man halt was sieht!

Und nun wünsche ich einen wunderschönen Start in die die neue Woche!

 

TAG 5- zum 1. Mal Plastiksack abholen

Vergangenen Mittwoch war es soweit (nach 2 Wochen Plastikfrei): Der Plastikmüll wurde abgeholt. Und was soll ich dazu sagen?

Mein einer Plastiksack war nur zu 3/4 gefüllt!

(Hier sollte ich aber erwähnen, dass bei uns die Wertstoffsäcke alle 4 Wochen abgeholt werden und dieser hier 2 Wochen normal und 2 Wochen Plastikfrei erlebt hat) 

Um einschätzen zu können, ob dies jetzt eher gut oder schlecht ist würde ich sagen: GUT, denn normalerweise habe ich immer 2 randvoll gepackte Plastiksäcke. Auch der Metallsack war lächerlich leer. Ich habe ihn eigentlich nur mit rausgestellt, dass die wenigen Tetrapacks nicht das ‚riechen‘ anfangen.

 

Weiteres 1. Fazit:

Viele Sachen gehen fast wie von selbst, um auf Plastik zu verzichten:

  • So ist die Benutzung von Haarseife und normaler fester Seife ein absolutes Plus. Ich kaufe meine Seife bei seife-und-mehr.de, da hier die Chefin diese selbst herstellt und auch verkauft, sie ist qualitativ sehr gut und verpackt wird hier in kleinen Papierbeutelchen.
  • Milch, Sahne und ähnliches wird auf jeden Fall in Glas gekauft. Die Schlepperei ist nur unweigerlich mehr. Zumindest fällt es mir nicht auf.
  • Gute geht auch die Verpackung beim Metzger. Hier fällt momentan nur noch der Plastikbeutel fürs Fleisch an. Der Rest kommt sofort in die Dose. Mal sehen ob das nicht auch mit dem Fleisch klappt. Bisher scheiterte es an ausreichend Dosen….
  • Was definitiv ein Problem darstellt ist Frischkäse und Quark. Hier wird mir fast nichts übrig bleiben, als selbst herzustellen…

 

Wie geht es weiter?

Da noch fast 4 Wochen Fastenzeit zu schaffen sind, kannst du noch mächtig gespannt sein!

 

TAG 6 – 20: Es spielt sich ein

Mittlerweile hat sich mein Einkaufsverhalten diesbezüglich etwas eingespielt. Der Verzicht auf Frischkäse fällt mir derzeit schon noch schwer und die Alternative in der Selbstherstellung habe ich zwar gefunden, aber noch nicht umgesetzt. Du frägst dich warum? Ganz klar es liegt an der Zeit. Nicht an der Zeit der Herstellung, das geht nämlich echt fix – theoretisch, aber an meiner Zeit. Ich bin gerade eben etwas viel unterwegs und entdecke unentwegt Neues! Aber ich werde das noch machen.

Zum Glück hatte ich auch noch viele Sachen daheim, so dass ich nur bedingt Vorrat kaufen muss. Und derzeit genieße ich es, ihn auch mal ausgehen lassen zu können. Man muss ja nicht unbedingt 3 Packungen Klopapier zuhause horten…;-).

Naja, jedenfalls 2 Geschichten gibt es aus dieser Zeit schon noch zu erzählen:

Das Nutella-Glas:

Wer mich kennt, der weiß, dass ich lieber Samba mag als Nutella und dieses braune Geschmiere meistens nur für Kuchen oder ähnliches verwende. Aber das Nutella-Glas hat einen Deckel und der besteht, wie wir alle wissen, aus Plastik. Was lässt sich nun damit anstellen – mal abgesehen davon, dass man mit Nutella-Gläsern wunderbare Aufbewahrungsgläser machen kann? Nachdem ich es gespült habe, werde ich daraus ein Keimsprossenglas machen: Einfach viele kleine Löcher in den Deckel bohren. Dann den Samen reinschütten, wässern, abgießen und anschließend warten bis sich die Sprossen entwickeln.

Gut, gell :-D!

 

Die Verpackungsfolie für Kataloge:

Diese Woche habe ich sicher 3 Kataloge/ Prospekte/ Zeitschriften zugeschickt bekommen, die in Folie verpackt waren. Darüber habe ich mich natürlich geärgert, war dies doch mein erster Plastikabfall im neuen Beutel. Oh menno. Allerdings habe ich dafür noch keine Lösung gefunden, wie man dies gänzlich umgehen kann. Auf das ein oder andere Prospekt möchte ich nicht verzichten und andere kommen geschickt ganz ohne dass ich sie bestellt habe.

Aber ich werde es auf mich nehmen und bei den Verlagen mal anrufen, um wenigstens nach dem Verpackungsgrund zu fragen und ggf. die Zustellung abzubestellen.

 

Desweiteren wird es ab nächster Woche wieder interessant: Die Vorräte im Gefrierschrank sind nahezu aufgebraucht und ich muss gezwungenermaßen mehr kochen.

Auch diesmal bleibt es spannend, wenn es heißt: Kein Plastik!

 

Der Rest! Geschafft…

Man glaubt gar nicht wie viel Plastik man wirklich sparen kann und über was man sich nicht alles Gedanken macht.

Es ist wahrlich fantastisch! Aber auch schockierend. Die Auswahl im Geschäft reduziert sich immens und für manche Sachen bietet sich partout keine andere Option an. Früher gab es doch mal Klopapier, welches in Papier eingewickelt war, aber Fehlanzeige. Gibt es nur noch in Plastikverpackungen. Die hölzernen Zahnbürsten muten auch eher an, wie welche aus der Ursteinzeit, ob ich denen wirklich vertrauen kann?

Bislang habe ich keine relevanten Erfahrungsberichte darüber gefunden. Somit muss ich leider sagen, dass einige Plastikverpackungen in meinem Haushalt bleiben werden, andere jedoch schon durch Alternativen ersetzt wurden.

Die Frischkäse-Selbermach-Aktion habe ich leider immer noch nicht gestartet mangels Zeit, aber es steht immer noch auf meiner Liste, was ich machen möchte…

Nach 40 Tagen habe ich auch festgestellt, wenn man sich nicht weiterhin mit dem Thema Plastikfrei beschäftigt, ziehen sehr schnell wieder alte Gewohnheiten ein. Um diese wirklich langfristig zu ändern muss man auch längere Zeit dahinter bleiben, damit es sich einschleift bzw. die alten, jahrelang antrainierten Gewohnheiten überschrieben werden. Gelegentliche Kompromisse sind okay, aber sollten doch nicht täglich ausgenutzt werden.

Eine für mich schöne und in meinen Augen sinnvolle Errungenschaft habe ich auf jeden Fall gemacht:

 

https://www.amazon.de/Aufschnitt-Boxen-platzsparend-Vorratsdosen-Set-Servierplatte-Frischhaltedosen/dp/B06XD7TN8P/ref=sr_1_3?ie=UTF8&qid=1524716083&sr=8-3&keywords=aufschnitt+stapelbox

 

Diese Aufschnittdosen sind super! Der Deckel komplett abnehmbar. Stapelbar sowohl leer ineinander, als auch gefüllt aufeinander. Sie rasten ein ohne zu rutschen und nimmt nur unweigerlich mehr Platz weg, wie meine alte Aufschnittdose. Mit diesen Dosen war ich schon ein paar Mal beim Metzger und an der Käsetheke… es entfällt das leidige Plastik, macht alles farbenfroher und das Praktische: Deckel ab und ab damit auf den Esstisch.

Jetzt wird mir sicher jemand vorhalten, dass dies ja auch Plastikdosen sind! Völlig zu recht! Es sind Plastikdosen, allerdings mit einer viel viel viel längeren Haltbarkeit wie Einwegplastikverpackungen und für mich Wichtig – sie sind BPA-frei. Wenn ich also gut auf sie aufpasse, hoffe ich doch, dass ich sie mindestens 10 Jahre verwenden kann!

 

Fazit!

Trotz aller anfänglichen Mühen und etwas Zeitaufwand lohnt es sich definitiv auf Plastik zu verzichten bzw. es zumindest zu reduzieren. Nicht nur ein bisschen, sondern schon gravierend.

Ich schaffe derzeit keinen ganzen Plastiksack mehr zu füllen. Vorher habe ich meistens 2 auf 4 Wochen voll bekommen! Wenn jeder soweit kommt, ist die Menge doch groß! Und dann sollten die Lebensmittelkonzerne auch mal überlegen, wie sie ihre Produkte verpacken!

 

VIEL SPAß beim selber ausprobieren!!!!

 

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